• Julika

„Gamechanger“ Corona

Wie die Corona-Pandemie unseren Ess-Stil ändert Alle von uns wissen es: seit März 2020 hat ein kleiner Virus uns ordentlich aus der Komfortzone gerüttelt und uns in vielen Belangen zum Umdenken, Umorganisieren und oft an Rand der nervlichen Belastbarkeitsgrenze geführt. Für die meisten von uns hieß es Homeoffice und Homeschooling, neben Essenszubereitung und Verpflegung der Familie zu schupfen. Es waren nicht nur die Geschirrberge in der Küche hoch und die Wäscheberge im Badezimmer, sondern der Kühlschrank auf sonderbare Weise auch ständig zum Nachfüllen bereit! Wir alle haben die ersten Wochen des Lockdowns die Hefe in den Supermärkten vergeblich gesucht, während auf sozialen Netzwerken fleißig geteilt wurde, wer welche Sauerteigbrote bäckt, wie man Hefe selbst herstellen kann etc. Es wurde also mehr gekocht, laut Umfragen stieg auch das Interesse an der Herkunft der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen. Die Kehrseite war, dass viele durch die psychisch belastende Situation auch dazu neigten mehr zu essen. Gerade das Essen aus Frust und Langeweile hat zugenommen. Dies zeichnete sich auch in meiner Beratungspraxis ab, viele Kinder, die durch Bewegungsmangel und steigenden Süßigkeitenkonsum in die Gewichtszunahmefalle tappten und den Weg zu mir fanden. Auch bei mir zuhause zeichnete sich ab, dass meine Kinder aus Langeweile öfters nach Süßem fragten. Vielleicht war das bei Ihnen ähnlich? Das so genannte „Soul Food“ stand also hoch im Kurs. Essen, welches uns ein gutes Gefühl beschert und Geborgenheit vermittelt. Da griffen also viele Personen verstärkt zu (einfachen) Kohlenhydraten um sich wohlzufühlen. Umfragen in der D-A-CH Region (Deutschland-Österreich-Schweiz) zeigten, dass innerhalb weniger Wochen bereits 24 % der Befragten zugenommen haben. Davon hat mehr als jede/r Zweite zwischen 1-3 Kilogramm und jede/r Fünfte sogar 3-5 Kilogramm zugelegt. Zurück zum guten Bauchgefühl Wunderbar, wenn jemand gerne isst und sein Essen auch genießt! Nahrung, welche zum wahren Genuss werden darf, und zwar mit allen Sinnen, ist ein Schlüssel zu einem guten Lebensstil. Um die Gewichtszunahme dabei links liegen zu lassen, kann es zunächst hilfreich sein, sich ganz bewusst zu überlegen, wie und was Sie essen. Nehmen Sie ihr Essen während dem gehen, am Computer, neben der Zubereitung der Kinder-Mahlzeiten zu sich? Wie viel Zeit darf das Essen beanspruchen? Klingelt nebenbei schon das Handy, weil noch ein dringender Termin bevorsteht? Gibt es Momente der Ruhe, um das Essen wirklich genießen zu können und zuletzt: wie oft kauen Sie ihren Bissen? Wie gut tut das Essen ihrer Körpermitte? Wie fühlt sich der Bauch nach den Mahlzeiten an? Nehmen Sie sich doch mal diese Woche vor, sich ganz auf das Kauen ihrer Nahrung zu konzentrieren. Versuchen Sie jeden Bissen 25-30mal zu Kauen. Lauschen Sie in sich hinein was es bewirkt. Was sagt ihr Bauch dazu? Wie schmeckt der erste Bissen im Vergleich zum letzten und welche Zutaten (Kräuter, Gewürze) können Sie herausfinden? Lassen Sie sich drauf ein. Geben Sie jedem Bissen die Achtsamkeit, die er verdient!

Good food – good mood Was uns allen in Zeiten der Pandemie helfen kann, sind tatsächlich Lebensmittel, die unsere Stimmung positiv beeinflussen, jedoch nicht die Kilos in die Höhe treiben. Es lohnt sich also das eigene Essen genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit Vitaminen aus der B-Gruppe und Omega-3-Fettsäuren können wir unser Nervensystem gut unterstützen. Diese finden sich in Vollkorngetreideprodukten, Walnüssen, Maroni, Fisch, Leinsamen, Hanfsamen oder Rapsöl. Auch Hülsenfrüchte, wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen machen das Nervenkostüm stabiler und bringen hochwertiges Eiweiß auf den Teller. Aufstriche, die als Basis diese stärkehältigen Sattmacher beinhalten, sind schnell zubereitet und schmecken am Brot genauso gut wie zu gekochten Kartoffeln! Julika-Tipp: Wird noch ein Teelöffel Lein- oder Hanföl dazu gefügt, bekommt man gleich eine gute Portion Omega-3-Fettsäuren dazu. Diese Fettsäuren sind wichtig für unser Gehirn und können ebenso die Entzündungswerte im Blut senken. Meine Überzeugung ist: wer sich durch nährstoffreiches Essen fit hält, der hat auch eine gewisse mentale Stabilität, die aus dem Inneren kommt!

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